Wachstum gegen den Trend
warum Technologie, Partnerschaft und Kommunikation über den Erfolg entscheiden.
Wir haben mit Philipp Riedel und Daniel Frauenrath von YER Deutschland darüber gesprochen, wie sie trotz Rezession weiter wachsen.
Ein Unternehmen im Aufbruch
Der deutsche Personaldienstleistungsmarkt steht unter Druck. Rezession, Budgetkürzungen und zurückhaltende Kunden machen es das Marktumfeld schwer.
YER Deutschland wächst trotzdem – und zwar massiv. In 18 Monaten wuchs die Mitarbeiterzahl von rund 190 auf knapp 350. Der Umsatz wuchs im ersten Jahr um über 30 Prozent. Und in den letzten 12 Monaten gewann YER Deutschland 50 Prozent Neukunden – darunter große Mittelständler und Konzernkunden, die früher schwer erreichbar waren.
Der Wendepunkt kam 2024. YER Deutschland (damals noch Avantgarde Experts) schloss sich dem niederländischen Marktführer YER an. Damit wurde aus Avantgarde Experts ein Teil einer europäischen Wachstumsgeschichte. Gleichzeitig brachte der Schritt aber auch völlig neue Anforderungen an Prozesse, Daten und Technologie mit sich.
“Wir brauchten keine schnelle Lösung”, sagt Philipp, CEO von YER Deutschland. “Wir brauchten eine Grundlage, auf der wir die nächsten zehn Jahre aufbauen können. Und die es aushalten kann, wenn wir weiter wachsen.”
Die Realität: ein Geschäftsmodell im Wandel
YER Deutschland war schon immer bekannt dafür, sehr nah am Markt zu sein. Ob Spezialisten in IT oder Ingenieurwesen, immer stand die langfristige Vermittlung der passenden Fachkräfte für Kunden im Fokus. Das Geschäftsmodell war etabliert, erfolgreich und verlässlich.
Aber der Markt fordert heute etwas anderes. Kunden brauchen Flexibilität und Spezialisierung. Sie suchen nicht mehr für zwei Jahre, sondern für sechs bis neun Monate – kurzfristige Projekte mit spezialisiertem Know-how. Gleichzeitig stehen viele Kunden selbst in Transformationen und wissen nicht genau, wen sie brauchen.
Das bedeutet, das Geschäftsmodell muss sich mit verändern: weniger klassische Langzeitengagements, mehr Projektgeschäft, mehr Freelancer-Vermittlung, mehr Beratungstiefe.
Philipp sagt: “Wir sind heute viel mehr in beratenden Tätigkeiten für unsere Kunden als früher. Es geht erst mal darum, mit dem Kunden zusammen herauszufinden: Wen brauchst du wirklich?”
Die Herausforderung: zwei Systeme, ein Problem
YER Deutschland arbeitete in der Vergangenheit mit zwei separaten CRM-Systemen. Teams in verschiedenen Städten, teilweise dieselben Kunden und doch keine gemeinsame Datenbasis. Vertriebskollegen riefen bei Kunden an, ohne zu wissen, dass ein Kollege einen Tag zuvor schon dort war. Das führte zu unnötiger Reibung.
Gleichzeitig war die Datenpflege aufwändig, aber die Transparenz nicht ausreichend vorhanden. Mit 350 Mitarbeitern und neuer Geschäftsstrategie wurde das zur echten Herausforderung: Die alte Technologie war für das neue Business einfach nicht gemacht. Das Team wusste: Das kann so nicht weitergehen.
Warum Byner
Bei der Systemauswahl war für YER Deutschland eines entscheidend: kein Anbieter, für den man nur eine Nummer ist. Das Team suchte einen Partner, der das Staffing-Geschäft wirklich versteht. Der nicht nur eine Plattform liefert, sondern mitdenkt. Der bereit ist, das eigene Geschäft zu verstehen und zu adaptieren.
Die Wahl fiel auf Byner, aufgebaut auf Salesforce. Das war nicht die offensichtliche Entscheidung. YER Deutschland ist eigentlich in der Microsoft-Welt zuhause. Aber für Kandidaten- und Kundenmanagement im Staffing-Kontext bot Byner einfach die bessere Lösung. Und Salesforce? “Das ist eine stabile, flexible Grundlage für die nächsten zehn Jahre”, sagt Daniel. “Salesforce ist die Technologie. Aber mit Byner verbindet uns jemand, der unsere Welt kennt.”
"Wir wollten jemanden, der auch in der Lage ist, unser Business zu adaptieren - und zum Schluss auch zu sagen: Wir hören euch zu."
Phillipp Riedel, CEO YER Deutschland
Die Vorbereitung: Requirements mit Substanz
Bevor das Projekt startete, passierte etwas Wichtiges: YER Deutschland fragte die eigenen Leute. Daniel, Data & Transformation Manager, ging in die Standorte zu Verkäufern, Recruitern, Teamleads, ins Backoffice. Nicht um einen Fragenkatalog abzuhaken. Sondern um echtes Verständnis zu entwickeln: Was passiert jeden Tag in diesem Business? Wo entsteht Reibung? Wo wird Zeit verschwendet?
Das Ergebnis war extrem ehrlich. Auf dem Papier kamen etwa 300 Requirements zusammen. Aber als das Team sie später clusterte und priorisierte, stellte sich heraus: Es gab nur etwa 20 bis 25 echte, unverrückbare Requirements. Der Rest war Nice-to-have.
Diese Disziplin war entscheidend. Statt sich in hunderte Anpassungen zu verlieren, blieb YER Deutschland nah am Standard und machte die echten Unterscheidungsmerkmale zum Fokus. Parallel arbeitete Daniel eng mit YER Netherlands zusammen. Dort hatte man ähnliche Prozesse bereits implementiert. Das hob die Lernkurve steil an und half, Fehler zu vermeiden, bevor sie entstanden.
Die Einführung: März 2026
Im März 2026 ging das System live. YER Deutschland machte eine bewusste Entscheidung: nah am Standard bleiben. Keine Individualanpassungen, die später Updates unmöglich machen. Stattdessen: Prozesse sauber im Standard abbilden, stabil werden und dann schrittweise verbessern. Dazu zählt auch die Anbindung von weiteren Tools über die Schnittstellen von Byner.
Genauso wichtig wie die Technik war die interne Kommunikation. Philipp und Daniel betreuten die Einführung mit klarem Fokus: die Menschen mitnehmen. Nicht jeden Detail-Change kommunizieren, das würde Angst statt Vertrauen erzeugen, aber die wirklich wichtigen Punkte transparent machen.
“Das Entscheidende ist, die Menschen mitzunehmen, die mit dem System täglich arbeiten”, sagt Philipp. “Wenn man das verpasst, ist das beste System wertlos.” Daniel ergänzt: “Du musst ständig mit den Leuten in Kontakt bleiben. Was fühlen die, was denken die, wo sind die Herausforderungen? Selbst wenn die sagen, dass etwas ein Bug ist — das Wichtigste ist, responsiv zu sein und zu sagen: Ja, ich hab’s verstanden, ich kümmere mich drum.”
"Es war egal, wann ich etwas brauchte — es war immer jemand da. Responsiv, schnell, kompetent. Nur das hat dieses Projekt möglich gemacht."
Daniel Frauenrath - Data & Transformation Manager
Der Erfolgsfaktor: Partnerschaft statt Vendor
Genauso wichtig wie die interne Zusammenarbeit war für YER die Partnerschaft auf der Anbieterseite, denn: Technologie allein gewinnt keine Implementierungen. YER hätte jede Plattform kaufen können. Byner war keine Vendor-Entscheidung. Es war eine Partnership-Entscheidung.
Daniel fasst das prägnant zusammen: “Salesforce ist ein technologisches Thema. Ich schau mir an: Ist die Plattform skalierbar? Ist sie flexibel? Aber bei der Implementierung brauchst du nicht nur Technik. Du brauchst Ansprechpartner, die verfügbar sind. Du brauchst Commitment vom Gegenüber. Du brauchst echtes Verständnis. Und genau das sind die Werte, die entscheidend sind für einen erfolgreichen Roll-out. Top-Technologie ohne jemanden, der antwortet, wenn du ein Problem hast – damit kannst du nichts einführen.”
Das war das Versprechen von Byner. Und es wurde gehalten. Daniel berichtet: “Es war egal, wann ich etwas brauchte, es war immer jemand da. Responsiv, schnell, produktiv, kompetent. Nicht: Ticket rein, acht Wochen später höre ich was. Sondern: Ich schreibe eine Mail, und es gibt eine Antwort. Das Commitment des Gegenübers zu spüren, dass derjenige das Thema wie sein eigenes behandelt – das ist in einer Implementierung entscheidend. Und das habe ich die ganze Zeit über gespürt.”
Was sich bereits verändert hat
Drei Monate nach Go-live ist die Akzeptanz im Unternehmen gut. Die Userzahlen stimmen. Die meisten Anlaufschwierigkeiten wurden schnell behoben. Und das Team ist bereits in der zweiten Phase: nicht mehr Fehlerbehebung, sondern aktive Systemverbesserung.
Was man bereits drei Monate nach dem Go-Live schon sagen kann:
- Ein CRM statt zwei – alle Aktivitäten an einem Ort. Volle Transparenz über Teams und Standorte hinweg.
- Deutlich höhere Geschwindigkeit in der Zusammenarbeit zwischen Sales und Recruiting. Keine fehlenden Informationen mehr.
- Eine skalierbare Basis, die externe Dienstleister und Plattformen schnell anbinden kann.
- Hohe Nutzerakzeptanz trotz parallelem Wachstum gemessen an Logins, eingetragenen Aktivitäten und Systemnutzung.
- Ein klares Verständnis der eigenen Daten und damit die Grundlage für alles weitere.
“In einem Jahr setzen wir uns wieder zusammen”, sagt Philipp. “Dann können wir ein echtes Vorher-Nachher-Bild zeichnen. Und dann werden die Zahlen für sich sprechen.”
Die Vision: Menschen für das Menschliche freigeben
Die Backoffice-Prozesse, Vertragsmanagement und Abrechnung, sind der nächste große Schritt. Dahinter steht eine klare Vision für die Zukunft.
Recruiter und Vertrieb sollen ihre Zeit für das nutzen, was nur Menschen können: echte Verbindungen aufbauen, Vertrauen schaffen, die richtigen Entscheidungen treffen. Alles andere, Dokumentation, Datenpflege, Historisierung, soll das System elegant im Hintergrund übernehmen.
Daniel fasst es so zusammen: “Ich will ein System, das so elegant in den Arbeitsalltag eingebettet ist, dass die Leute es kaum merken. Wie Apple: nicht 400 Einstellungen, sondern 3 – und alles funktioniert.”
Was diese Geschichte zusammenbringt
YER Deutschland brauchte nicht nur ein neues CRM/ATS. Es brauchte einen Partner, der das Staffing-Geschäft in allen Ausprägungen wirklich versteht – Überlassung, Freelancing, Projektgeschäft, Permanent Recruitment und Beratung. Byner hat diese Rolle erfüllt.
Aber der Erfolg ist nicht eine Frage des Systems allein. Er ist das Ergebnis eines gut umgesetzten Change-Management-Prozesses:
- Sorgfältiger Anforderungsanalyse – nicht hunderte Requirements, sondern Fokus auf die 20-25 Kernpunkte, die wirklich den Unterschied machen
- Transparenter Kommunikation, intern und mit dem Partner. Keine Tickets ins Leere. Menschen, die zuhören und antworten.
- Einer Person wie Daniel, die das Business und die Technik versteht und damit eine echte Brücke bauen kann.
- Disziplin beim Standard zu bleiben und kein Drang nach Individualisierung um ihrer selbst willen.
- Mut zum Lernen – von YER Netherlands, von Byner, von sich selbst.
YER Deutschland wächst weiter gegen den Trend. Jetzt mit einer Plattform, die das Business versteht.
Über YER Deutschland
YER Deutschland ist ein führender Personaldienstleister für hochqualifizierte Fach- und Führungskräfte in Mobility, Energy sowie IT & Digital. Das Unternehmen verbindet Kandidaten und Kunden durch verschiedene Modelle: Überlassung, Permanent Recruitment, Freelancer-Vermittlung und das Projektgeschäft. Seit der Partnerschaft mit YER Netherlands im Jahr 2024 zählt sich das Unternehmen zu den aufstrebenden Kräften im europäischen Markt.
Über Byner
Byner ist eine All-in-One-Plattform für Recruitment- und Staffing-Agenturen, aufgebaut auf Salesforce. Kandidatenmanagement, Kundenmanagement, Vertrag, Abrechnung, Compliance — alles in einem System. Byner wurde entwickelt von und für Menschen, die das Staffing-Business von innen kennen. Für Unternehmen, die wachsen, komplexer werden und dabei transparent und datengetrieben arbeiten wollen.
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